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August 18, 2018

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Reisen als Paar – 24/7

3 Jan 2018

Als Paar auf Langzeit- oder Weltreise zu gehen und rund um die Uhr zusammen zu sein, erfordert schon einiges an Vertrauen, Durchhaltevermögen und viel Gelassenheit – oder etwa nicht!?

 

Obwohl wir die Frage oder Sorge bei anderen bereits häufig hörten – gestellt wurde sie uns vor unserer Weltreise nie.

 

Ich selbst habe mir darüber im Vorfeld auch keine großen Gedanken gemacht, wir sind immerhin bereits seit mehr als zehn Jahren ein Paar, wohnen schon lange zusammen, haben einige Urlaube „Vollzeit“ miteinander verbracht und kennen die Konfliktgefahren des Anderen.

 

Aber wie ist es, wenn man wirklich für mehr als drei Wochen „Urlaub“ rund um die Uhr zusammen ist, alles gemeinsam erlebt und teilt, es keinen Rückzugsort gibt und es auch Mal stressige Situationen gibt, die einen aus der Reserve locken?

 

Ich möchte die Antwort an dieser Stelle bereits vorwegnehmen, werde diese aber auch später noch weiter ausführen und erläutern: traumhaft schön!

 

 

Sicherlich gibt es Paare, die mehr Zoff miteinander haben und Paare, bei denen es seltener knallt. Zu behaupten, bei den einen würde es nicht passen, oder bei den anderen gäbe es nichts als Langeweile, fände ich anmaßend und nicht richtig. Wichtig ist doch, dass es für einen selbst (also natürlich für Beide) passt und man sich liebt. Es kommt glaube ich auch immer darauf an, welche Phasen und Streitigkeiten man bereits zusammen durchgestanden hat. Egal wie harmonisch oder streitsüchtig der normale Alltag Zuhause verläuft: sicherlich ist es nicht schlecht, bereits „krisenerprobt“ zu sein und zu wissen, wie der Partner in bestimmten Situationen tickt.

 

Unterwegs ist alles ein bisschen anders. Nicht nur, dass man insgesamt sehr viel mehr Zeit miteinander verbringt, was bei vielen schon Zuhause für Konflikte sorgen kann, gibt es hier noch sehr viel mehr Punkte zu beachten.

 

Als typischer Backpacker wird man auf seiner Reise um die Welt nicht gerade in großen Suiten und Apartments absteigen, sondern eher in kleinen Zimmern oder sogar Dorms. Hier gibt es natürlich sehr viel weniger Rückzugsorte als Zuhause. Natürlich kann man auch Mal in den Aufenthaltsraum oder an den Strand flüchten, jedoch gibt es auch nicht immer Möglichkeiten, alleine zu sein.

 

Die Erlebnisse auf einer Reise können nachhaltig beeindruckend sein – positiv wie negativ – und die Emotionen schon einmal höherschlagen lassen, spaßige Erlebnisse und traurig stimmende Ereignisse liegen nur zu oft sehr nah beieinander. Ein Wechselbad der Gefühle, das über Wochen andauern kann und das gesamte Empfinden schon einmal durcheinanderbringen kann.

 

Anders als Zuhause fehlen meist auch die täglichen Alltagsstrukturen, es gibt keine Routine. Durch unterschiedliche Aktivitäten, ständige Ortswechsel, anpassen an unterschiedliche Zeit- und Klimazonen kann einem schon Mal bewusstwerden, dass man doch mehr Gewohnheitstier ist als man dachte.

 

 

Vertraute Bezugspersonen fehlen, der tägliche, persönliche Austausch mit der Familie, den Freunden und Kollegen fehlt. Sicherlich ist es heute nicht mehr so schwer Kontakt zu halten, wie noch vor fünf Jahren, wo es noch nicht überall kostenlos Wifi gab. Jedoch muss man auch bedenken, dass die Lieben Zuhause meistens arbeiten gehen müssen und auch in einer anderen Zeitzone leben und somit nicht jederzeit erreich- und verfügbar sind. Die Distanz bleibt also immer noch ein Hindernis. Außerdem ist telefonieren und miteinander schreiben nie so schön, wie das persönliche Gespräch.

 

Bei wem das Thema Geld schon Zuhause zum Streit führen kann, der sollte sich warm anziehen. Insbesondere bei einem sehr knapp kalkulierten Budget kann es durch viele Situationen zu Kopfzerbrechen und Ärger führen. Wenn der Weiterflug auf einmal viel teurer wird, als erwartet, die teure Kamera kaputtgeht oder einfach das Gepäck geklaut wird. Das alles sind Situationen, die täglich vorkommen und vor denen du dich (fast) nicht schützen kannst.

 

Dies sind nur ein paar Beispiele, weshalb man auf einmal etwas gereizter sein kann und es somit schneller zu Ärger kommen kann. Ich möchte auf keinen Fall sagen, dass diese Punkte immer und bei jedem für Ärger sorgen, allerdings sind dies alles Situationen, die ohnehin schon belastend und nervenaufreibend sein können und eben ungewohnt sind.

 

Egal was passiert, man sollte versuchen, die Situation zusammen zu meistern, Hand in Hand zu bewältigen und das Beste daraus zu machen. Wer als Paar nicht daran zerbricht, wird ungemein zusammenwachsen.

 

 

Neben all den Situationen die für Ärger und Tränen sorgen können, gibt es aber auch die Momente, weshalb man überhaupt loszieht in die Welt. Die „Gänsehautmomente“. „Die „das werden wir nie vergessen Momente“. Und die „haben wir gerade wirklich das Glück, das zu erleben Momente?“.

 

Wie wir im Jeep vor einem Elefantenbullen saßen, der urplötzlich und mit voller Entschlossenheit auf uns zu gerannt kam…

 

 

Der Moment als wir in einer bolivianischen Mine saßen und unweit von uns mit einem erschütternden Knall Dynamit gesprengt wurde, wovon wir vorher nichts wusste…

 

 

Oder der Augenblick, in dem sich die Türen des Fahrstuhls vom One World Tradecenter öffneten und wir bei Sonnenuntergang über New York blicken konnten…

 

 

…das alles werden für immer Momente bleiben, die uns verbinden werden.

 

Weißt du noch damals…

 

…wie uns die Jungs auf Java mitten in der Nacht einfach zwei Stunden durch die Gegend gefahren haben, um eine Unterkunft für uns klar zu machen und sich dafür nicht Mal zum Essen einladen lassen wollten?

 

…als die in Zhangjiajie nur eine chinesische Karte hatten und kein Wort Englisch verstanden haben und sie uns einfach sechs verschiedene Gerichte gebracht haben?

 

 

…wie wir in Myanmar mit unserem nagelneuen, gemieteten Roller so tief im Matsch versanken, dass wir dachten, wir müssten diesen komplett ersetzen?

 

 

Reisen ist einfach so wunderschön, prägend und horizonterweiternd, dass man es am besten teilt.

 

Ich möchte gar keinen Vergleich aufstellen, ob es besser ist als Paar oder alleine zu verreisen, da ich ohnehin glaube, dass es situationsbedingt, abhängig vom Typ und der Partnerschaft ist.

 

Auch wenn ich meine dreimonatige Reise durch Australien, die ich ohne Janina unternommen habe, traumhaft schön und abenteuerlich fand, genieße ich es sehr, all die schönen Momente und Erlebnisse mit ihr teilen zu können. Es macht einfach noch mehr Spaß sich immer zusammen zu freuen und die Ereignisse von Zeit zu Zeit gemeinsam Revue passieren zu lassen.

 

Neben all den Stresssituationen, die vielleicht zu Ärger führen könnten, gibt es allzu oft auch sehr viele schöne Momente, die hoffentlich auch überwiegen.

 

Bevor man einen Streit vom Zaun bricht, sollte man sich erstmal überlegen, ob der Partner jetzt wirklich was dafürkann, dass das von ihm gebuchte Hotelzimmer nicht so aussieht wie auf den Bildern im Internet.

 

Viele Situationen sind lapidar, eskalieren aufgrund der ungewohnten Umstände aber oftmals schneller als Zuhause.

 

Würde ich empfehlen, als Paar auf Weltreise zu gehen?

(Janina liest mit…) AUF ALLE FÄLLE!!

 

 

Je nachdem wie lange man bereits zusammen ist, wie gut man sich kennt und wie weit die Vorstellungen von so einer Reise auseinandergehen, könnte es aber gut sein, ein paar „was wäre wenn…“ durchzugehen.

 

In jedem Fall sollte man sich vor der Reise bewusstmachen, was man sehen und erleben möchte, ob es eine ungefähre Übereinstimmung der Länder gibt, auf welche Art man reisen möchte, ob das Budget zusammenpasst (wenn man nicht gerade eines zusammen hat) und auch ob man mehr unberührte Ecken entdecken möchte, oder immer unter Leuten und am besten in Partyhostels sein will.

 

Wir bereuen es nicht und erfreuen uns jeden Tag, dass wir uns dazu entschieden haben und den Traum Weltreise zusammen angepackt haben!

 

 

Interessiert euch eine zweite Meinung zu dem Thema? Dann schaut doch Mal hier bei unseren Freunden von Alltagsgewusel rein!

 

Schreib uns doch in die Kommentare, ob du lieber alleine oder zusammen reist und was du darüber denkst!

 

 

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