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August 18, 2018

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Die blaue Flamme im aktiven Vulkan Mount Ijen auf Java

31 Jul 2017

Auf Java (Indonesien) befindet sich der aktive Vulkan Ijen, der besonders wegen seiner blauen Flamme sehr bekannt ist. Häufig wird auch von blauer Lava gesprochen, allerdings ist es wirklich eine blaue Flamme, die an einer Stelle mehrere Meter hoch austritt.

Es handelt sich um ein absolut seltenes Phänomen.

 

Solltet ihr die Insel Java nicht besuchen, wollt den Vulkan Ijen aber trotzdem gerne sehen, ist das kein Problem! Denn die Tour wird auch von Bali aus angeboten.

 

Ansonsten ist es auch auf eigene Faust einfach und schnell möglich, von Bali nach Java zu reisen.

 

In diesem Artikel möchten wir euch unsere Eindrücke und viele Infos zur Tour mitteilen.

 

 

Von Bali nach Java – Die Anreise

 

Während unserer Weltreise war Indonesien unser erstes Reiseland.

 

Von Gilimanuk auf Bali fuhren wir mit der öffentlichen Fähre nach Banyuwangi auf Java. Die Fähre kostete im Juli 2017 6.500 IDR (0,44 €) pro Person.

 

 

Banyuwangi ist ein Fischerdorf auf Java, in dem man mit der Fähre ankommt. Dieses Dorf nutzen die meisten Touristen als Ausgangspunkt für die Tour zum Mount Ijen und bleiben daher meistens auch nur eine Nacht vor Ort.

 

 

Unterkunft und Kosten Mount Ijen Tour

 

Im Vorfeld machten wir uns schlau, wo und wie wir die Tour buchen sollten, oder ob es nicht doch besser sei, diese auf eigene Faust zu unternehmen. Nach einigen Recherchen fanden wir ein hübsches, kleines Homestay, bei dem man die Tour auch direkt für einen günstigen Preis buchen kann.

Da wir an einem Wochenende ankamen, war die Tour für uns etwas teurer, wir bezahlten pro Person 325.000 IDR.

 

TIPP: Unter der Woche ist der Eintritt in den Nationalpark wohl etwas günstiger, die Tour hätte dann auch nur 300.000 IDR gekostet.

 

Wir können unser Homestay wirklich wärmstens empfehlen, abgesehen von der tollen und günstigen Organisation unserer Tour, haben wir nur selten solch freundliche Hosts erlebt!

 

Man teilte uns noch mit, dass keine weiteren Kosten für die Tour entstehen und alles Notwendige inklusive ist (Eintritt, Wasser, Transport, Gasmasken, Taschenlampe und zusätzlich noch der Besuch eines Wasserfalls). Wir empfehlen euch, auf jeden Fall noch zusätzlich Wasser und ein paar Snacks einzupacken. Nach Rückkehr der Tour haben wir unser Frühstück im Homestay bekommen.

 

 

Mount Ijen auf eigene Faust oder geführte Ijen Tour?

 

Da der Ausgangspunkt der Wanderung hinauf zum Krater gut 1,5 h mit dem Auto von Banyuwangi entfernt liegt und allein der Eintrittspreis für den Nationalpark wohl bereits bei über 150.000 IDR pro Person liegt, entschieden wir uns die organisierte Tour zu nehmen. Wir wollten nachts die weite Strecke im unbekannten Gebiet nur ungern mit dem Roller fahren.

 

 

Ablauf Mount Ijen Tour

 

Um kurz nach Mitternacht wurden wir von einem Minibus, in dem neben dem Fahrer sieben Personen Platz fanden, abgeholt. Während der Fahrt schliefen wir noch ein wenig und kamen dann um kurz vor 2 Uhr auf dem Parkplatz, dem Ausgangspunkt der Wanderung zum Krater des Mount Ijen an.

Da die Schranken des Nationalparks erst um 2 Uhr öffnet, mussten wir umringt von hunderten, dicht gedrängten Menschen noch einige Minuten warten. Schon jetzt war klar, wie voll es werden würde.

 

 

Die Touristen aus den verschiedenen Minibussen wurden wild miteinander gemischt und in Sechsergruppen lokalen Guides zugewiesen, die uns den Weg nach oben zeigten sowie unsere Fragen beantworten sollten. Während wir warteten, verteilte unser Guide sowohl Stirnlampen als auch Gasmasken, die zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht notwendig waren.

 

Bereits auf den ersten Metern der Wanderung hörten wir immer wieder „Taxi, Taxi“, oder wie es in Indonesien heißt „Taksi, Taksi“ und sahen, wie zierliche Indonesier einen Transport, auf mit Kissen ausgestatteten Schubkarren hoch zum Gipfel anboten. Unterwegs kann man jederzeit auf ein "Taksi" umsteigen, falls einen die Kraft verlässt. An dieser Stelle möchten wir anmerken, dass wir komplett gelaufen sind ;-)

 

Wie man uns mitteilte, gingen die ersten 3 km steil nach oben, danach waren weitere 1,5 km eher flach zu laufen. Wie lange die Strecke aber nun wirklich war, konnten wir nicht herausfinden. Ich versuchte während des Aufstiegs immer wieder von unserem Guide in Erfahrung zu bringen, wie viele Höhenmeter wir denn zurücklegen müssen, leider verstand er dies nicht, da er fast kein Englisch sprach. Im Nachhinein erfuhren wird, dass es wohl 600 Höhenmeter sind, die erst nach oben und dann natürlich auch wieder zurück zu bewältigen sind.

 

 

Abstieg in den Krater

 

Oben am Kraterrand angekommen, konnten wir unten bereits starke Rauchschwaden sehen, sowie von manchen Stellen auch die berühmte, blaue Flamme die hier aus dem Mount Ijen austritt.

 

Nun war es an der Zeit, hinab in den Krater zu steigen. Da es bereits stark nach Schwefel stank, zogen wir jetzt die Gasmasken auf.

 

 

 

Hier wurden auch nochmals Gasmasken zum Verleih für je 50.000 IDR angeboten, für diejenigen, die die Tour auf eigene Faust unternahmen oder keine erhalten haben. Auf dem Weg nach unten wurden die Menschenmassen auch wieder dichter, und so liefen wir wie in einer Ameisenstraße den engen Weg nach unten.

 

 

Einer der härtesten Jobs der Welt

 

An dieser Stelle kommen wir auch zur Schattenseite der Tour. Dass man hier oben nicht alleine ist, ist die eine Sache. Jedoch wird der Schwefel, der sich um die blaue Flamme herum bildet von Arbeitern abgebaut.

 

 

Die meisten verrichten ihren Job ohne Gasmaske und in Flip Flops oder Gummistiefeln. Deren Aufgabe besteht nicht nur darin, den Schwefel von Hand, mit Hammer und Meisel abzubauen, sondern auch, diesen in Körben auf den Schultern erst den Weg vom Krater aus nach oben zu transportieren und von hier aus auch nach unten ins Tal zu tragen. Die meisten der Arbeiter laden sich bis zu 100 kg auf die Schultern und legen hiermit Strecken von mehreren Kilometern sowie einigen hundert Höhenmetern zurück.

 

Warum gibt es keine Förderbänder oder technische Einrichtungen? Ganz einfach, weil die technischen Investitionen hierfür zu teuer wären. Schwefel ist bei vielen Produktionen ein Abfallprodukt, dennoch ist es noch günstiger diesen hier von den Arbeitern aus Indonesien zu beziehen. Denn diese erhalten pro Kilogramm Schwefel, den sie unter härtesten Bedingungen abgebaut haben, lediglich 1.000 IDR (derzeit ca. 0,06 €!!).

 

Erschreckend waren für uns die Arbeitsbedingungen, die uns ein bisschen an unsere Tour in die Silbermine von Potosi in Südamerika erinnerten.

Anders als damals, standen hier auf dem Mount Ijen jedoch hunderte Menschen im Weg. Da der Weg runter in den Krater sehr schmal ist, kam es hier ständig zum Stau, wodurch die Arbeiter immer und immer wieder anhalten mussten und unter großer Kraftanstrengung die Last auf ihrem Körper wieder in Bewegung setzen mussten.

 

Nun haben wir uns natürlich größte Mühe gegeben, immer frühzeitig und schnellstmöglich aus dem Weg zu gehen, leider war dies jedoch nicht für Alle selbstverständlich.

 

Wir haben im Vorfeld ein paar kleine Flaschen Wasser gekauft, die wir hier oben an die Arbeiter verteilten, was auch dankbar angenommen wurde.

 

So toll wir die Tour selbst fanden, gab es uns doch sehr zu denken, dass hier ohne Rücksicht auf die Arbeiter täglich so viele Menschen in den Nationalpark gelassen werden.

 

 

Die blaue Flamme

 

Unten im Krater angekommen, stand das erste Highlight an. Wir sahen die blaue Flamme aus dem Vulkan aus nächster Nähe austreten. Kleiner als erwartet und dennoch faszinierender als gedacht, schimmerte sie in der Dunkelheit.

 

Wir versuchten einige Bilder zu machen, was mit der kleinen Kamera nicht so gut gelang, da ich die Spiegelreflexkamera einige Tage zuvor leider im Meer versenkte. 

 

 

 

Nach einigen Aufnahmen, entschieden wir wieder nach oben zu steigen, so dass wir pünktlich zum Sonnenaufgang am Aussichtspunkt sein würden. Nach wie vor kamen uns Unmengen an Menschen entgegen und so kostete es einige Zeit, bis wir oben ankamen.

 

 

Sonnenaufgang

 

Während Janina weiter zum eigentlichen Viewpoint zum Sonnenaufgang lief, entschied ich mich dazu, schon vorher die Kamera für eine Timelapse Aufnahme vom Krater aufzustellen. Später erfuhr ich von ihr, dass man vom Aussichtspunkt auf der einen Seite wohl den Sonnenaufgang sieht und auf der anderen den Krater beobachten kann.

 

Sehr eindrucksvoll empfand ich, wie sich mit dem Sonnenaufgang langsam die Rauchschwaden im Krater lichteten und das türkisfarbene Wasser des Sees sichtbar wurde.

 

Die blaue Flamme verblasste mit der steigenden Helligkeit immer mehr, bis sie schließlich nicht mehr zu sehen war, was nicht bedeutete, dass sie weg war! Dies ist auch der Grund, warum die meisten den Ijen mitten in der Nacht besteigen, weil bei Tageslicht die blaue Flamme nicht sichtbar ist.

 

Die Aussicht bei Tageslicht ist der Hammer! Man blickt auf so viele verschiedene Farben – das Türkis des Vulkansees, das Gelb des Schwefels und das Grün der umliegenden Vulkane.

 

 

 

 

Der Abstieg

 

Nach genügend Zeit den Ijen zu erkunden sowie den Sonnenaufgang zu genießen machten wir uns um kurz nach 6 Uhr auf den Rückweg zum Parkplatz. Da wir beim Aufstieg aufgrund der Dunkelheit nichts sehen konnte, genossen wir auch das Runterlaufen mit dem Ausblick auf die umliegenden Berge und benachbarten Vulkane. Die Natur rund um den Mount Ijen ist mindestens genauso beeindruckend wie der Vulkan selbst. Es befinden sich noch einige andere Vulkane in der Umgebung.

 

 

 

Unser Fazit

 

Uns hat der Ausblick, das Naturschauspiel sowie das gesamte Erlebnis Mount Ijen sehr gut gefallen. Dieser Vulkankrater sieht einfach unglaublich aus! Außerdem zeigte es Mal wieder, wie gut es uns allen in Deutschland geht und wie schlimm die Arbeitsbedingungen in anderen Ländern sein können.

 

Jedoch empfanden wir es wirklich als schrecklich, wie sehr wir vielen Touristen den Arbeitern ihren ohnehin schon harten Job erschweren. Daher sind wir mit gemischten Gefühlen von der Spitze des Vulkans heruntergelaufen.

 

Die Natur sowie die gesamte Tour kannst du dir übrigens auch in unserem passenden Vlog ansehen.

 

Dass wir eine geführte Tour gewählt hatten, bereuen wir zu diesem Preis nicht. Wenn man auf den Eintritt des Nationalparks noch den Transport (Alternative: mit dem Roller durch die Nacht) sowie die Leihgebühr für die Gasmasken draufrechnet, wären wir ohne Tour nicht viel günstiger weggekommen.

 

Wirklich schade fanden wir, dass wir unserem Guide nicht mehr Infos entlocken konnten, da dieser kaum Englisch sprach.

 

Unsere Gruppe lief während der gesamten Tour recht zerstreut umher. Jedoch ist man aufgrund der vielen Menschen ohnehin nie alleine.

 

Tipp: Empfehlen würden wir auf alle Fälle, die Tour unter der Woche zu machen. Nicht nur, dass hier der Eintrittspreis etwas günstiger ist, es sollte auch etwas leerer sein. Bei uns war dies leider nicht möglich.

 

Die Wanderung nach oben war anstrengend, jedoch empfanden wir den Weg, anders als auf unserer Tour auf den Mount Batur, relativ gut und leicht zu bewältigen. Im Vorfeld lasen wir in verschiedenen Reiseblogs, dass der Weg sehr sandig, steinig und rutschig sei, dies können wir nicht bestätigen. Allerdings wissen wir nicht, ob dies vielleicht auch mit dem Regen der vergangenen Tage zu tun hatte, oder ob der Weg allgemein verbessert wurde, da sich einiges tut im Nationalpark.

 

 

Mitnehmen solltet ihr: 

 

  • Gasmaske + Stirnlampe – wenn sie nicht von der Tour angeboten werden

  • Genug zu trinken

  • Snacks

  • Warme Kleidung – wir hatten ein T-Shirt, eine Weste und eine Sommerdaunenjacke an

  • Festes Schuhwerk

  • Evtl. Schal, Handschuhe und Mütze – wir wären froh gewesen, welche zu haben

  • Kameraausrüstung

  • Sonnenbrille + Sonnencreme

 

 

Übrigens kannst du dir hier auch unseren Vlog zur Mount Ijen Tour ansehen!

 

 

Kurzer Stopp bei einem Wasserfall

 

Nach der Tour auf den Mount Ijen, hatten wir noch einen kurzen Stopp bei einem Wasserfall, der auf dem Heimweg lag. Wir wussten anfangs überhaupt nicht, dass dieser auch noch mit im Preis inbegriffen war. Der Wasserfall war auf jeden Fall sehr schön und nochmal ein gelungener Abschluss.

 

 

Wart ihr auch schon einmal auf dem Vulkan Ijen auf Java? Oder habt vielleicht einen anderen beeindruckenden Vulkan bestiegen? Berichtet uns doch mal von euren Erfahrungen!

 

 

Was kostet 💰 eine Reise durch Indonesien? 

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